Echte Verbesserungspotenziale erkennen – geht dahin, wo die Arbeit passiert

3/2/20261 min read

Echte Verbesserungspotenziale erkennen – geht dahin, wo die Arbeit passiert

Wer wissen will, wo es in einem Unternehmen wirklich hakt, muss raus aus dem Besprechungsraum und rein in die Fläche. PowerPoints wälzen oder Alibi-Befragungen bringen wenig. Stattdessen zählen: beobachten, zuhören, verstehen – direkt im Prozess, live und unverfälscht.

Schon 1–3 Stunden Prozessbegleitung reichen oft, um mehr zu erkennen als in zehn Meetings. Noch besser: mehrere Tage begleiten, methodisch, mit Respekt für die Arbeit der Mitarbeitenden, systematisch und konzentriert.

Die Wahrheit liegt vor Ort:
In Produktion, Lager, Service oder Verwaltung fallen Probleme auf, die langfristig niemand hinterfragt. Kleinigkeiten summieren sich zu großen Reibungsverlusten.

Beispiel aus einem aktuellen Mandat:

  • Kein klares Auftragsmonitoring – Aufträge werden oft zu spät bearbeitet

  • Fehlende Standards – jeder arbeitet anders, Chaos entsteht

  • System ohne Auto-Save – 4 Sachbearbeiter klicken täglich über 100 Mal manuell

  • Zwei Stunden täglich für Mails und Bausteine – automatisierbar

  • Lager & Produktion im Blindflug – keine Übersicht über kommende Aufträge

  • Standards werden nicht gelebt – neue Mitarbeitende tappen im Dunkeln

  • Wartezeiten: 2×15 Min/Woche für einen Schlüssel = 24 Std./Jahr/Person

  • Schnittstellen haken regelmäßig – Rückfragen, Pipeline-Stau, Stress

  • Papierberge trotz IT – aus Misstrauen

  • Doppelerfassung zwischen System A und B – alles manuell

  • Urlaubsplanung per Excel, Maschinenbelegung nach Bauchgefühl

  • Drei Tools für dieselbe Aufgabe – keiner hat Überblick

  • Material ist da, aber nicht dort, wo es gebraucht wird

Die Lehre:
Es braucht kein großes Consulting-Rad. Wer Prozesse verbessern will, muss dahin, wo sie gelebt werden, auf Augenhöhe mit denen, die sie täglich umsetzen. Hinsehen, zuhören, verstehen, priorisieren und handeln – konsequent nach Pareto.

Wer Prozesse wirklich verbessern will, arbeitet direkt mit den Menschen, die sie täglich tragen. Alles andere ist Bullshit.

Lean, 5S und KVP beginnen vor Ort – sichtbar, nachvollziehbar und umsetzbar.