Warum akzeptieren Unternehmen eigentlich, dass Mitarbeitende täglich Zeit mit unnötigen Prozessen verschwenden?

3/7/20262 min read

Warum akzeptieren Unternehmen eigentlich, dass Mitarbeitende täglich Zeit mit unnötigen Prozessen verschwenden?

Ich frage für eine Freundin.
Ich bin 45 und habe schon Anfang der 2000er Jahre Unternehmen erlebt, in denen dank Lean Management und 5S im Arbeitsalltag kaum noch gesucht werden musste: kein Werkzeug, kein Betriebsmittel, keine Information, kein Material. Klare Strukturen, visuelle Ordnung und standardisierte Abläufe waren selbstverständlich.

Über 25 Jahre später sehe ich jedoch immer noch täglich Unternehmen, in denen genau das Gegenteil passiert – unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße. Es wird gesucht. Es wird doppelt gearbeitet. Es wird improvisiert. Und all das wird als normaler Teil des Arbeitsalltags akzeptiert, obwohl es sich eindeutig um Verschwendung (Muda) im Sinne des Lean Management handelt.

Rechnen wir es nüchtern: 20 Minuten Suchzeit pro Tag ergeben rund 80 Stunden pro Jahr – pro Mitarbeitendem. Das ist bezahlte Arbeitszeit ohne Wertschöpfung. Diese versteckten Produktivitätsverluste tauchen auf keiner Rechnung auf, summieren sich aber Jahr für Jahr zu enormen Kosten. Genau hier setzen 5S, Kaizen und strukturierte Prozessoptimierung an.

Trotzdem stellen sich viele Unternehmen nicht die entscheidenden Fragen. Warum fehlen klare Strukturen im Arbeitsumfeld? Warum investieren wir mehr Energie in das tägliche Managen von Problemen als in deren systematische und nachhaltige Beseitigung? Warum wird operative Unordnung akzeptiert, obwohl Lean-Methoden seit Jahrzehnten praxiserprobt sind?

Denn Suchzeiten sind nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Dahinter stecken unklare Auftragsvorbereitung, wiederkehrende Fehlbestände, doppelte Arbeitsschritte, unnötige Maschinenstillstände und endlose Rückfragen zwischen Abteilungen. Das sind klassische Ansatzpunkte für Lean Management und kontinuierliche Verbesserung (Kaizen).

Statt Ursachen zu beseitigen, beschäftigen sich viele Organisationen dauerhaft mit Symptomen. Es wird reagiert, korrigiert, improvisiert – aber selten strukturiert verbessert. Genau hier liegt der Unterschied zwischen hektischer Problembewältigung und einer echten Kaizen-Kultur, in der Prozesse Schritt für Schritt stabiler, effizienter und robuster werden.

Wann haben wir eigentlich aufgehört, uns um die scheinbar kleinen Themen wie Ordnung, Standards und Arbeitsplatzstruktur zu kümmern? Und wann haben wir angefangen zu glauben, dass nur große Strategieprojekte oder neue Softwarelösungen echte Wirkung bringen? In der Praxis zeigen gerade 5S-Projekte und Lean-Initiativen im direkten Arbeitsumfeld oft die schnellsten und nachhaltigsten Effekte.

Was Unternehmen davon abhält, diese Dauerbaustellen konsequent anzugehen, ist selten fehlendes Wissen. Meist sind es fehlende Priorität, mangelnde Einbindung der Mitarbeitenden oder die Sorge vor Veränderung im laufenden Betrieb. Dabei lebt Lean Management genau davon, die Menschen vor Ort einzubinden und Verbesserungen pragmatisch in den Alltag zu integrieren.

Ich bin überzeugt: Wenn es gelingt, Führungskräfte und Teams wieder für diese „vermeintlichen Kleinigkeiten“ zu begeistern, entstehen enorme Hebel für Produktivität, Qualität und Mitarbeiterzufriedenheit. Strukturierte Arbeitsplätze, klare Prozesse und gelebtes Kaizen sind keine Nebenschauplätze – sie sind das Fundament operativer Exzellenz.

Genau dabei unterstütze ich Unternehmen: Lean Management einführen, 5S nachhaltig verankern und eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung aufbauen, die im Alltag trägt und messbare Ergebnisse liefert. Wer nicht länger Symptome verwalten, sondern Ursachen systematisch beseitigen will, sollte das Thema jetzt anpacken.