Warum die 5S Methode im Lean Management oft scheitert – und wie Unternehmen es besser machen

Beitragsbeschreibung

5/18/20262 min read

Warum die 5S Methode im Lean Management oft scheitert – und wie Unternehmen es besser machen

In vielen Unternehmen startet die Einführung der 5S Methode mit viel Motivation. Teams räumen auf, sortieren Material und bringen Struktur in ihre Arbeitsbereiche. Doch nach einiger Zeit hört man dann Sätze wie: „5S hat bei uns nichts gebracht.“

Das Problem ist selten der Wille der Mitarbeitenden. Meist liegt es an der Umsetzung.

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt das sehr deutlich.

Ein Schrank mit Handschuhen, Kabeln und Eimern. Auf den ersten Blick wirkt alles ordentlich. Beim genaueren Hinsehen entsteht jedoch Chaos mit Ansage.

Oben links liegen Handschuhe in verschiedenen Varianten und Größen. Die Beschriftung lautet einfach nur „Handschuhe“. Der Rest des Schranks ist teilweise gar nicht beschriftet. Es gibt keine klare Trennung, keine visuelle Führung und keinen erkennbaren Standard.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen echtem Lean Management und einem einfachen Aufräumen.

Wenn man nicht auf den ersten Blick erkennt,
was fehlt
wo etwas hingehört
oder welche Variante man gerade in der Hand hält

dann ist das kein 5S. Dann ist es nur ein Regal mit einem Aufkleber.

In vielen Unternehmen scheitert die 5S Einführung nicht an der Motivation, sondern an den kleinen methodischen Details. Und genau diese Details entscheiden darüber, ob ein System dauerhaft funktioniert oder Frust auslöst.

Ein sauber umgesetzter 5S Arbeitsplatz würde in diesem Fall ganz anders aussehen.

Stoffhandschuhe, Lederhandschuhe und Gummihandschuhe wären klar getrennt.
Die Größen wären eindeutig voneinander abgegrenzt.
Jedes Fach hätte eine klare und eindeutige Beschriftung.
Fehlende Bestände wären sofort sichtbar.
Mindestbestände oder Auffüllmengen wären visuell erkennbar.

Das klingt simpel, erfordert aber Konsequenz.

Ja, eine saubere 5S Umsetzung kostet Zeit.
Ja, sie nervt manchmal im Detail.

Aber ohne diese Konsequenz bleiben Suchzeiten, fehlende Materialien und unnötige Rückfragen bestehen. Und beim nächsten Verbesserungsprojekt winken Mitarbeitende nur noch ab, weil sie denken: „Das bringt doch sowieso nichts.“

Und genau das ist das eigentlich Traurige.

In solchen Fällen wird nicht nur Material falsch einsortiert. Es geht auch Vertrauen verloren.

Die wichtigste Erkenntnis aus vielen Projekten ist deshalb klar: 5S ist kein Aufräumprojekt. Es ist ein Denkmodell für klare Strukturen, stabile Prozesse und funktionierende Standards im Lean Management.

Wer 5S ernsthaft im Unternehmen einführen möchte, muss deshalb in die Tiefe gehen. Die Methode selbst ist nicht kompliziert. Aber sie muss durchdacht umgesetzt werden, gemeinsam mit den Menschen vor Ort und mit einem klaren System zur langfristigen Pflege der Standards.

Das ist auch der Grund, warum die 5S Methode in vielen Unternehmen am Ende sogar Begeisterung auslöst. Es gibt nur wenige Themen, die von der Geschäftsleitung angestoßen werden und bei richtiger Umsetzung tatsächlich Applaus von den Mitarbeitenden bekommen.

5S gehört definitiv dazu.

Nach inzwischen geschätzt über 700 moderierten 5S Workshops freue ich mich ehrlich gesagt auf die nächsten tausend. Denn wenn die Methode richtig umgesetzt wird, verbessert sie Arbeitsplätze, Prozesse und Zusammenarbeit gleichzeitig.

Vielleicht auch bald in Ihrem Unternehmen.

ml+ Manuel Lehmann

Graf-von-Galen Str. 8

58706 Menden, Sauerland

www.5s-coaching.de

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